Das Bauhaus vertrat die Ansicht, ein Raum solle von klaren, funktionalen Linien geordnet werden — Stahlrohr, weiße Wände, nichts Dekoratives um seiner selbst willen. Kopenhagen antwortete mit der anderen Hälfte des Mid-Century-Gesprächs: geformtes Holz, genähtes Leder, Struktur, über die die Hand fahren kann. Bringe beides in eine galerieweiße Wohnung, und du bekommst diesen Raum: Finn Juhls Chieftain-Sessel, der den Boden hält, daneben ein Freischwinger-Tisch aus Chromrohr wie eine Skizze, und ein Turm aus Washi-Papier für das Licht. Weiße Wände sind hier nicht das Fehlen eines Konzepts; sie sind die Galerie, in der zwei Designschulen höflich streiten dürfen.
Look 1 — Die Galerie-Hängung
Die weite Ansicht liest sich wie ein Hängeplan: zwei Chieftain-Sessel einander zugewandt, der Chromtisch exakt dazwischen, eine überformatige Reiterfotografie und ein skulpturaler weißer Couchtisch, der auf einem hellen Schlingenteppich treibt. Jedes Objekt bekommt Luft — die Bauhaus-Gewohnheit, Bodenfläche so ernst zu nehmen wie Möbel. Die dunklen Lederschilde der Sessel sind der einzige tiefe Ton im Raum, und genau deshalb funktioniert die Komposition: In einer ganz weißen Wohnung übernimmt eine wiederholte dunkle Form die Ordnung, die anderswo eine Wandfarbe leisten müsste.
- Wände: ein helles Galerieweiß ohne Gelbstich (Benjamin Moore Chantilly Lace OC-65 oder Farrow & Ball All White No. 2005) — Wände, Leisten und Decke im selben Ton streichen, damit Kunst und Sessel sprechen.
- Teppich: eine einzige helle Schlingenwoll-Insel, groß genug, dass beide Sessel vollständig darauf stehen; Möbel halb auf, halb neben dem Teppich sind visuelle Unruhe, die sich dieser Raum nicht leisten kann.
- Kunst: eine einzige überformatige gerahmte Fotografie schlägt die Bilderwand — eine Aussage pro Fläche, das ist die Regel.
- Shop it: der Finn Juhl Chieftain Chair Modell 435 aus Top-Grain-Leder ($1,513.52) · der Bauhaus C-Beistelltisch ($198.89).
Look 2 — Die vertikale Galerie
Stell die Kamera hochkant, und der Raum zeigt seinen zweiten Akt: eine sanft gewölbte Decke, ein wandhängender Schrank, der frei über dem Boden schwebt, und eine Säule aus gestapelten, versetzten Washi-Schirmen, die in der Ecke glüht wie eine Papierskulptur. So kommt eine Bauhaus-gesinnte Wohnung zu ihrer Wärme — nicht durch Farbe, sondern durch eine handgemachte Lichtquelle im Spiel gegen Maschinenlinien. Die geneigte Lehne des Chieftain und seine Paddel-Armlehnen, im Profil gegen all das Weiß gezeichnet, verdienen sich jeden Blickwinkel.
- Der Lichtturm: eine gestapelte Washi-Säule macht die Beleuchtung zur Skulptur des Raums. Der hier fotografierte Turm ist nicht in unserer Kollektion — die nächsten Statements bei uns sind die facettierte Akari UF4-L8 Washi-Säule ($498.89) und die weichere Akari 14A Washi-Stehleuchte ($389.99).
- Stauraum: häng den Schrank auf — Stauraum vom Boden fernzuhalten ist der Kleinwohnungs-Bauhaus-Zug, und die Schattenfuge darunter lässt den Raum größer wirken.
- Decke: Gewölbe, Bogen oder Balken im Wandweiß streichen und in Ruhe lassen; die dunkle Silhouette des Sessels wirkt vor einer stillen Decke stärker.
- Shop it: der Chieftain Chair Modell 435.
Der Bauhaus-Zug: eine einzige Chromlinie
Der Freischwinger-Beistelltisch ist die kleinstmögliche Dosis Bauhaus, und in einer Wohnung meist die richtige. Stahlrohr trägt kein visuelles Gewicht — der Tisch ist praktisch eine in die Luft gezeichnete Linie — und kann darum zwischen zwei gewichtigen Sesseln stehen, ohne sie zu drängen. Seine offene Basis gleitet über Teppichkanten und unter Sitzrahmen, es gibt kein viertes Bein zum Streiten, und er spiegelt, was der Raum um ihn herum tut. Eine einzige Chromgeste, und der Chieftain aus Holz und Leder liest sich plötzlich als der bewusste Kontrapunkt, der er immer sein sollte: Das Bauhaus stellte Struktur in Stahl aus; Finn Juhl tat dasselbe in Nussbaum und Leder, zwei Jahrzehnte Handwerk später.
Eine Anmerkung zum Gestell
Die hier fotografierten Sessel tragen ein helles Natureiche-Finish. Die Chieftain-435-Edition, die wir führen, wird mit nussbaumfarben gebeiztem Gestell geliefert — identische Linien, einen Ton tiefer und wärmer. In einem hellen weißen Raum wie diesem zeichnet die Nussbaum-Version sogar die schärfere Silhouette; vor dunkleren Wänden oder Holzböden behält das tiefere Gestell ebenfalls seine Definition. Der Bezug ist dasselbe schwarze Top-Grain-Leder wie auf diesen Bildern.
Nimm alle fünf Räume mit: dieses Schema und seine vier Geschwister sind im Finn Juhl Chieftain Chair Styling Guide gesammelt — ein 10-seitiges Studio-PDF mit allen Design-Boards, Farbreferenzen und Maßregeln dieser Serie, einer kompletten Einkaufsliste und einem 15%-Code für die Chieftain-Kollektion im Inneren.
Shop the Look
- Finn Juhl Chieftain Chair Modell 435 — Loungesessel aus Top-Grain-Leder · $1,513.52
- Bauhaus C-Beistelltisch · $198.89
- Akari UF4-L8 Washi-Papier-Stehleuchte — die skulpturale Säule für die Ecke · $498.89
- Akari 14A Washi-Papier-Stehleuchte — das weichere Papierlicht · $389.99
Alles wird in den USA versandkostenfrei geliefert, mit 30 Tagen Rückgaberecht. Für denselben Bauhaus-Gedanken in Esszimmer und Schlafzimmer siehe Bauhaus Design Style, Room by Room — und für denselben Sessel in seiner weichen, ländlichen Fassung steht das gekalkte Kapitel in One Chair Is Enough.
— BreuerHome Editorial